Was sind CMS überhaupt?

Wenn ich "Content Management System" wortwörtlich übersetze, dann bedeutet das, dass in einem bestimmten System Inhalte auf eine bestimmte Art verwaltet werden. Verwalten heißt hier: Neu erstellen, verändern, von einem Platz zum anderen schieben, löschen, archivieren etc.pp. Inhalte können sein Texte, Bilder, Videos, PDF-Dateien, mp3-Dateien etc.

Wenn Sie heutzutage im Internet unterwegs sind, treffen Sie sehr oft auf Content Management Systeme: Jede Online-Zeitung basiert zum Beispiel auf einem, jedes Weblog ist ein mehr oder weniger ausgereiftes CMS und wenn ich den Ausdruck wortwörtlich nehme, sind auch so verschiedene Erscheinungsformen wie Internet-Shops, Online-Banking, Gästebücher, Foren, Facebook und Twitter nichts anderes als Systeme, in denen Inhalte auf eine bestimmte Art organisiert werden. 

Das klassische Content Management System befasst sich aber weniger mit Bankdaten oder Kundenkonten wie bei Online-Banking und Internetshops, sondern damit, wie die o.g. Medien ins Netz kommen und für eine breite Schicht von NutzerInnen zugänglich wird.

Dass heute so viele und so viele verschiedene CMS eingesetzt werden, liegt schlicht daran, dass das Internet in seiner Bedeutung für den Alltag ungemein zugenommen hat, aber nun wirklich nicht jeder Mensch, der es nutzen will, die Techniken erlernen kann, die nötig sind, um Inhalte jeglicher Art online zu bringen.

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Die Vorteile von Content Management Systemen

Der große Vorteil von CMS ist demnach, dass die Menschen, die mit der Verwaltung der Inhalte zu tun haben, wenig bis keine Ahnung von der Technik haben müssen, die dem Ganzen zugrunde liegt. Sie müssen also nicht wissen, wie die HTML-Struktur und das CSS für die Gestaltung aussehen, sie müssen auch nicht wissen, wie (meistens im Netz) PHP dafür sorgt, dass die Texte und Bilder, die Sie gerade einfügen, in die Datenbank (meist MySQL - nur, damit Sie die Begriffe mal gelesen haben) geschrieben werden. Das einzige, was Sie wissen müssen, ist, welche Knöpfchen Sie innerhalb des Systems drücken müssen, damit Text und Bilder dort landen, wo sie jeder Mensch im Internet auch lesen und angucken kann.

Noch ein goßer Vorteil von Content Management Systemen ist, dass Sie eigentlich alle Arbeitsmittel, die Sie brauchen, um Inhalte ins Netz zu bringen, immer zur Verfügung haben, solange Sie ins Internet kommen. Sie können also im Prinzip von jedem Internet-Café dieser Welt aus Ihre Arbeit verrichten – oder beispielsweise Ihr Weblog mit den neuesten Urlaubserlebnissen füttern.

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Bestandteile eines CMS

In der Regel haben Sie einen Administrationsbereich, in den Sie sich einloggen können, um hinter die Kulissen, in das sogenannte "Backend" zu kommen, wo Sie Texte erstellen können usw. Hier im Backend (das meistens ganz anders aussieht als die Website, wie sie offiziell im Netz dargestellt wird) finden Sie dann neben vielem Anderen als Wichtigstes die Navigationsstruktur des Online-Auftritts abgebildet, also die Menüpunkte und ggf. deren Unterpunkte mit ihrem jeweiligen Inhalt an Text, Bildern und anderen Medien.

Wenn Sie einen neuen Eintrag erstellen wollen, finden Sie auf irgendeine Art dann auch immer mindestens zwei Formularfelder, in die Sie eine Überschrift und den Text oder was auch immer einfügen können. Oder – wenn Sie einen Eintrag bearbeiten wollen – finden sich schon existierende Überschriften und Texte in diesen Formularfeldern. Besonders wichtig ist dann der besagte Knopf, mit dem Sie das eben Eingefügte dann speichern, damit es im Internet angezeigt wird.
Die Site, wie sie im Internet gezeigt wird, nennt sich übrigens "Frontend". Gerne wird nur von "vorne" und "hinten" geredet, wenn es darum geht, die gestaltete Internet-Site vom dazugehörenden Administrationsbereich abzugrenzen.

Die zusätzlichen Funktionen, die Ihnen dann noch zur Verfügung stehen, variieren stark je nach verwendetem CMS. Alle haben aber eine Funktion, die es ermöglicht, Text - ähnlich wie in Textverarbeitungsprogrammen – fett zu formatieren, Listenpunkte einzufügen etc.
Die meisten bieten wohl auch in jedem Fall die Möglichkeit, einen Text, der gerne auch "Artikel" genannt wird, zuerst einmal als Entwurf abzuspeichern. Das macht dann Sinn, wenn Sie den Text noch nicht ganz fertig haben, oder wenn Sie sich noch mit jemandem über Einzelheiten absprechen wollen, bevor sie das gute Stück online stellen.

Ein wichtiger Punkt bei CMS ist auch die Rechteverwaltung, die festlegt, welche BenutzerInnen (hier sind in erster Linie die Menschen gemeint, die mit dem CMS arbeiten) welche Bereiche eines Internetauftritts bearbeiten dürfen. Bei einer Online-Tageszeitung kann es also sein, dass RedakteurInnen für den Wirtschaftsteil auch nur Zugang zu disem Bereich haben, und RedakteurInnen für das Politik-Ressort im Backend nur den Politik-Teil der Zeitung bearbeiten dürfen.


Content Management Systeme mit einem ausgefeilten Rechtekonzept werden daher auch Redaktionssystem genannt. Wenn ich Beispiele bringen sollte, würde ich Typo3 eher als Redaktionssystem bezeichnen und WordPress wegen der wenigen zu vergebenden BenutzerInnenrollen eher als CMS, das auf dem Weg zum Redaktionssystem ist.

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Bezahlversionen und Open-Source-Software – eine Frage der Komplexität und des Geldbeutels

Generell lassen sich CMS in zwei verschiedene Gruppen unterteilen: die einen kosten Geld (und sind damit sogenannte proprietäre Systeme) und die anderen nicht (und gehören damit zumeist in die Gruppe der sogenannten Open-Source-Software).

Bei proprietärer CMS-Software haben Sie die Sicherheit, dass immer eine Ansprechperson zur Verfügung steht, wenn es einmal Probleme gibt. Auch wird von den Anbietern meist gleich ein ganzes Paket geschnürt, in dem die Bereitstellung einer Internetadresse Ihrer Wahl und genügend Webspace genauso Bestandteil sind wie automatische Aktualisierungen auf die neueste Version etc. pp. So etwas kann für eine große Firma von Vorteil sein, die ein Rundum-Wohlfühl-Paket bevorzugt, den vollen Service haben will und im schlimmsten Falle Regressansprüche stellen kann. Doch gute Lösungen sind oft auch teuer und gerne mit Verträgen versehen, die eine flexible Reaktion auf geänderte Ansprüche oder generelle Unzufriedenheit mit dem System schwerer gewährleisten.

Bei Open-Source-Software müssen Sie alles selber machen: Sie müssen sich den Webspace und die Domain selbst besorgen, müssen das System selbst im Netz installieren, müssen selbst dafür sorgen, dass Updates gemacht werden usw. Wenn etwas nicht klappt, haben Sie keine konkrete Ansprechperson zur Verfügung, sondern wühlen sich stundenlang durch Internetforen auf der Suche nach der Lösung. Klingt erstmal schrecklich, oder?

Dafür kostet das Ganze dann aber auch nichts (bzw. lediglich den Betrag für Webspace und Domain und das muss heute nicht mehr teuer sein), denn Open-Source-Software wird von Menschen entwickelt, die meinen, dass nicht alles im Leben käuflich sein muss, weil dadurch Viele aus Gründen der Geldknappheit von der Teilhabe am Internet abgehalten würden.

Also treffen Sie in den Foren jede Menge Menschen, die Ihnen gerne Auskunft geben und auch mit Geduld die kniffligsten Sachverhalte erklären, die Ihnen darüber hinaus aber auch noch andere Tipps geben und mit anderen Denkansätzen weiterhelfen, sollten Sie sich mal in ein Problem zu sehr verrannt haben.
Und irgendwann kennen Sie sich selbst gut genug aus, um anderen Tipps zu geben und weiterzuhelfen und sind unbesehen Teil einer ausgesprochen regen Gemeinschft von Menschen, die mit mehr oder weniger Zeitaufwand, dafür aber mit einer gesunden Portion Idealismus gemeinsam an einem Projekt arbeiten, das Vielen zugute kommt.

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Drei Beispiele für verschiedene Arten von CMS

Wir bleiben größtenteils bei den Open-Source-CMS, weil sie einerseits erschwinglich sind und andererseits die Möglichkeit bieten, ohne viel Geldaufwand zur Not unterschiedliche Systeme zu testen.

WordPress
WordPress war ursprünglich einfach eine Weblog-Software, die sich aber inzwischen zum CMS gemausert hat. Durch die Entwicklung vieler sogenannter Plugins kann WordPress inzwischen im Funktionsumfang so erweitert werden, dass sich gut "richtige" Websites damit bauen lassen. Ich persönlich habe in den letzten Jahren viele Websites realisiert, die auf WordPress aufbauen, weil der Administrationsbereich von WordPress sehr intuitiv zu bedienen ist und die Software im Netz schnell läuft, die Seiten also nicht viel Zeit zum Laden brauchen.

Typo3
Typo3 ist wegen des wesentlich ausgefeilteren Benutzerkonzepts eher die Wahl, wenn viele unterschiedliche Menschen an der gleichen Website arbeiten und deshalb ganz unterschiedliche Bearbeitungsrechte gebraucht werden. Auch Typo3 kann mit Erweiterungen, den sogenannten Extensions, an die jeweiligen Bedürfnisse und Anforderungen der Website angepasst werden. Typo3 lohnt sich eigentlich erst ab einem bestimmten Umfang und einer bestimmten Anzahl von MitarbeiterInnen. Dass ich meine eigene Website, auf der Sie gerade lesen, ohne Umwege von der reinen XHTML-Version auf Typo3 umgestellt habe und damit ein bisschen mit Kanonen auf Spatzen schieße, liegt einerseits daran, dass mir Typo3 schlicht Spaß macht und andererseits daran, dass ich meiner Kundschaft auf komfortable Art geschützte Bereiche anbieten kann, auf denen wir von beiden Seiten aus Material ablegen können, das wir zur Zusammenarbeit brauchen.

Jimdo

Jimdo verfolgt im Aufbau des ganzen Systems eine etwas andere Philosophie als WordPress oder Typo3. Während es bei den letztgenannten eine strikte Trennung zwischen Frontend und Backend gibt, setzt Jimdo viel mehr auf das, was so gerne WYSYWYG  (gesprochen: "Wisiwig") genannt wird. WYSYWYG ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der Phrase "What you see ist what you get". Das bedeutet, wortwörtlich ins Deutsche übersetzt: "Was du siehst, ist, was du bekommst" und bezieht sich darauf, dass die Bearbeitung der Website direkt im Layout geschieht und nicht in einer Administrationsumgebung, die meist völlig anders aussieht als die Website an sich. Auf diese Art bekommen Sie wesentlich schneller einen Eindruck davon, wie Texte und Bilder und deren Kombination miteinander dann wirklich im Netz aussehen.

Jimdo gehört nicht zur Gruppe der Open-Source-CMS, die ich eigentlich favorisiere. Trotzdem finde ich den Ansatz des Redaktionssystems sehr spannend und immerhin können Sie, wenn Sie wollen, auf jimdo.com eine eigene kleine Internetpräsenz aufbauen, die Sie nichts kostet, für die Sie aber dann auch ein bisschen Werbung auf der Site hinnehmen müssen.

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Die Wahl des richtigen CMS

Wenn Sie in Betracht ziehen, für Ihren eigenen Internetauftritt ein CMS zu verwenden, lauten die Fragen, die sich Ihnen stellen, bestimmt wie folgende oder zumindest ähnlich:

  • Welchen Umfang wird meine Website haben?
  • Möchte ich die Inhalte meiner Website sehr oft verändern und aktualisieren?
  • Möchte ich ein bisschen kleiner anfangen und aber jetzt schon die Kapazitäten haben, meine Website später ohne große Umstellungen zu erweitern?
  • Bearbeite ich die Website-Inhalte alleine oder mit anderen zusammen?
  • Wie ausgefeilt müssen dann die Möglichkeiten der Rechtevergabe sein?
  • Möchte ich mich um alles selbst kümmern oder leiste ich mir eine Software, die den Service gleich mit beinhaltet?
  • Möchte ich eine kostengünstige Lösung und trotzdem eine Ansprechperson haben, die mir bei den wichtigsten Fragen weiterhilft? (Dann sind Sie z.B. bei mir richtig, wenn Sie sich für WordPress oder Typo3 entscheiden.)


Sollten Sie Hilfe bei der Beantwortung dieser Fragen brauchen, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an mich; mir fällt dazu sicher das eine oder andere ein. :)

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